Für die Patient:innen
von heute und morgen
April 2024

Seit 1. März 2023 forscht Gutblick unter «Gutblick Research». Wie Forschung dazu beiträgt, Gutblicks hohen Qualitätsanspruch in der Augenheilkunde gerecht zu werden und den Patient:innen eine bestmögliche Behandlung auf neuestem Stand der Wissenschaft zu bieten, erklärt die Leitende Ärztin Gutblick Research, Prof. Dr. Dr. Marion Munk.
Welche Bedeutung hat die eigene Forschung für Gutblick?
Durch Forschung bleiben wir am Puls der Zeit: Wir gewährleisten, dass Patient:innen immer mit den neuesten Diagnoseverfahren untersucht und den aktuellen Therapien behandelt werden. Da wir neue Therapien mitentwickeln, können wir im Rahmen von Studien Therapien anbieten, die sonst noch nicht zugänglich sind, und Krankheiten, für die es noch keine Medikamente am Markt gibt, gegebenenfalls bereits behandeln. Patient:innen können sich also sicher sein, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen.
Wie gross ist die Forschungsabteilung?
Das Kernteam besteht neben mir aus einer erfahrenen Study Nurse und zwei wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Nächstes Jahr wird noch ein Dritter hinzustossen. Zudem unterstützen uns an den Forschungszentren in Aarau, Bern, Wallisellen und Wetzikon jeweils zwei Ärzt:innen und drei Praxismitarbeitende, die jeweils für die Durchführung von Studien zertifiziert und geschult sind. Manche unserer Ärzt:innen engagieren sich sogar in ihrer Freizeit für die Forschung.
Welche Forschungsgebiete verfolgen Sie konkret?
Wir treiben vor allem die Forschung in den Gebieten Makula (Bereich mit den meisten Sehzellen in der Netzhaut), Uveitis (Entzündungen im Augeninneren), Netzhaut und Bildgebung voran. Um einen kleinen Einblick zu geben: Wir verwenden Bildanalysen, die auf künstliche Intelligenz (KI) gestützt sind, um die Krankheitsaktivitäten bei Patient:innen mit altersbedingter Makuladegeneration oder diabetischem Makulaödem zu untersuchen. Dadurch können wir den weiteren individuellen Krankheitsverlauf vorhersagen und eine massgeschneiderte Therapie für viele Patient:innen anbieten. In einem anderen Projekt untersuchen wir seltene Netzhaut- und entzündliche Augenerkrankungen, die kaum erforscht sind, indem wir die Fälle weltweit mithilfe internationaler Kollaborationen zusammentragen. Die seltenen Krankheitsbilder, ihre Diagnose, Therapieoptionen und Ergebnisse listen wir übersichtlich auf, sodass Kolleg:innen sie schneller richtig erkennen und besser therapieren.
Durch künstliche Intelligenz zur Therapie
Es gibt eine neue Therapie für die trockene altersbedingte Makuladegeneration, auf die aber nur Patient:innen mit gewissen Eigenschaften ansprechen. Eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierte Software wird verwendet, um entsprechende Patient:innen zu finden. Künstliche Intelligenz ermöglicht Computern, Aufgaben auszuführen, die normalerweise menschliches Denken erfordern. Die Software erkennt Flüssigkeit und Ablagerungen unter der Netzhaut und weitere Biomarker aus Bildern des Augenhintergrunds und macht daran die Eignung der Patient:innen fest – und das viel schneller als Augenärzt:innen. Das entlastet nicht nur sie, sondern kommt auch den Patient:innen zugute: Ändern sich die Auswahlkriterien für die bestehende Therapie oder gibt es gar eine neue Therapie, kann die KI blitzschnell wiederum alle Bilder erneut auslesen und Patient:innen herausfiltern, die vorher noch nicht therapiert werden konnten.
Wo sehen Sie die Behandlung und die Augenmedizin in zehn Jahren?
Durch die Weiterentwicklung von KI werden wir noch gezielter nach neuen, auf Patient:innen abgestimmte Therapien suchen können, die anderen Patient:innen mit ähnlichem Krankheitsbild geholfen haben. KI wird zudem häufige Augenerkrankungen zunehmend selbst erkennen, indem entsprechende Algorithmen programmiert und angewendet werden. Auch fehlende oder defekte Gene werden wir individuell korrigieren oder ersetzen können. Ausserdem werden Patient:innen zukünftig vermehrt von zu Hause aus ihre Gesundheitsdaten selbst prüfen – schon jetzt gibt es entsprechende Geräte für Netzhautaufnahmen, die die Bilder direkt an die behandelnden Augenärzt:innen schicken. Der Kontakt zwischen Patientin und Arzt wird dadurch viel bedürfnisorientierter und voraussichtlich vermehrt über (Video-)Telefonie stattfinden. Maschinen und KI werden aber auf absehbare Zeit Ärzt:innen nicht ersetzen. Vielmehr werden sie ihnen helfen, Diagnostik und Therapie präziser anzuwenden und auf potenzielle Fehler, insbesondere im Zusammenhang mit seltenen Krankheitsbildern, aufmerksam zu werden. Ausserdem teilen wir im Rahmen eines Pilotprojekts alle aufgenommenen Bilddaten und deren Auswertung mit interessierten Patient:innen.
Aktuelle Studien im Forschungsbereich von Gutblick
der Patient:innen sagen, dass Gutblick auf dem neuesten Stand der Forschung und Wissenschaft ist
