Frau Berger ist dank
holistischem Behandlungsansatz wieder richtig gut drauf
Verena Berger, Dr. med. Otten und Dr. med. Kuske, November 2023

Verena Berger ist seit August letzten Jahres Patientin in der Augentagesklinik Zürich Oberland in Wetzikon. Am Empfang braucht sie sich nicht vorzustellen, die Praxismitarbeitenden kennen sie mittlerweile. Ihre medizinische Ausgangslage ist komplex. Zeitweise hat sie mit dem linken Auge gerade noch ihre Füsse erkannt. Heute sieht sie wieder mit beiden Augen gut – dank der Zusammenarbeit verschiedener Expert:innen.
Alle Augenkrankheiten, bei denen der Augeninnendruck erhöht ist und den Sehnerv schädigen können, werden unter grünem Star (Glaukom) zusammengefasst.
Nach einer Winkelblockattacke, einem Anfall von stark erhöhtem Augeninnendruck, wurde Verena Berger in einer anderen Klinik notfallmässig operiert. Doch kurz darauf kam sie mit ähnlichen Beschwerden in die Augentagesklinik Zürich Oberland. Dr. med. Lorenz Kuske, Leitender Arzt Glaukom, stellte bald neben dem erneut hohen Augeninnendruck fest, dass die Kunstlinse, die Frau Berger vor einigen Jahren in einer Grauen-Star-Operation eingesetzt wurde, nicht mehr stabil war und sich im Auge bewegte. Zunächst suchte er aber Lösungen, um den Augeninnendruck zu senken. Eine Filteroperation zeigte leider nur kurzzeitig Wirkung. Als Nächstes plante Dr. Kuske eine Laserbehandlung, damit weniger Augenflüssigkeit produziert und somit der Augeninnendruck reduziert wird.
«Was ist dann passiert, Frau Berger?»
«Den Samstag vor der Laserbehandlung verbrachte ich mit meiner Tochter. Wir waren auf einem Hundeschulplatz und assen abends gemeinsam. Ich war gerade auf dem Heimweg, als ich auf meinem linken Auge plötzlich nur noch Schwarz sah – als ob jemand den Lichtschalter umgelegt hätte. Zu Hause stellte ich erschrocken fest, dass ich auch mit Beleuchtung links fast nichts sah. Nur wenn ich nach unten schaute, erkannte ich meine Füsse, ansonsten war alles dunkel. Ich entschied mich dagegen, notfallmässig ins Spital zu fahren, und dafür, bis zu meinem Termin in der Augentagesklinik Zürich Oberland am Montag zu warten. Als ich Dr. Kuske am Montag schliesslich sah, brachte ich ihn auf den neuesten Stand. Er untersuchte mich und bemerkte, dass die Kunstlinse total verschoben war: Sie war zusammen mit dem Kapselapparat (dünnes Gewebe, das die Augenlinse umgibt und in ihrer Position hält) in den hinteren Augenabschnitt gerutscht und lag quasi auf der Netzhaut. Dies kann zu Komplikationen wie schweren Entzündungen, Blutungen und Netzhautablösungen führen. Sofort rief er Dr. med. Manuela Otten, Leiterin Netzhautchirurgie, an. Zusammen beschlossen sie, den geplanten heutigen Eingriff nicht durchzuführen.
Schon zwei Tage später wurde ich im Augenärzte Zentrum Aarau notfallmässig von Dr. Otten operiert. Sie tauschte die marode Kunstlinse aus, sodass ich mein Augenlicht zurück hatte. Ein paar Wochen später führte Dr. Kuske dann noch die geplante Lasertherapie durch.»

Verena Berger, Patientin der Augentagesklinik Zürich Oberland in Wetzikon
«Wie haben Sie Ihre Behandlungen wahrgenommen?»
«Ich bin sehr zufrieden mit allen Ärzt:innen, die mich in der Augentagesklinik Zürich Oberland betreut haben. Nachdem ich fast eine Woche stationär in einer anderen Klinik bleiben musste und gemerkt hatte, dass mein Auge immer noch nicht wieder gesund war, wollte ich die nächsten Behandlungen ambulant durchführen lassen und wenigstens zu Hause schlafen. Deshalb bin ich direkt in die Augentagesklinik gekommen. Ich habe immer schnell einen Termin bekommen und mich ernst genommen gefühlt. Ich weiss, dass ich ein Spezialfall bin, aber ich habe gespürt, dass die Ärzt:innen nichts unversucht liessen, um mir zu helfen.»
«Was haben Sie bei uns besonders geschätzt?»
«Den Austausch zwischen den Ärzt:innen. Immer wieder hat ein Arzt eine Kollegin angerufen oder ins Zimmer gebeten. Sie haben gemeinsam meine Situation angeschaut und sich beraten. Das hat mir vermittelt, dass ich hier in guten Händen bin und nicht einfach eine Person etwas entscheidet und ausprobiert. Ausserdem hat man mir zugehört. Ich vertrage Diamox (ein übliches Medikament zur Senkung des Augeninnendrucks) einfach nicht gut, es macht mich müde und ich wollte es nicht mehr einnehmen. Also hat Dr. Kuske nach Möglichkeiten gesucht, den Augeninnendruck anders zu senken. Er hat mir sogar aufgezeichnet, wie eine mögliche Therapie funktioniert. Ich fand es toll, dass er sich so viel Zeit genommen hat, mir die Schritte genau zu erklären. Meinen Freundinnen und Bekannten empfehle ich die Augentagesklinik gerne weiter.»
«Wie geht es Ihnen heute?»
«Seit der letzten Operation durch Dr. Kuske bin ich wieder richtig gut drauf. Natürlich hat schon die Notfall-Operation von Dr. Otten meine Lebensqualität enorm verbessert. Schliesslich war ich auf dem linken Auge praktisch blind, bis sie mir eine neue Linse eingesetzt hat, aber jetzt muss ich viel weniger augendrucksenkende Medikamente nehmen und das ist für mich Gold wert. Ich bin sehr fit, ich gehe viel wandern und mit meinem Hund spazieren. Das macht alles viel mehr Freude, jetzt wo ich mich wieder auf beide Augen verlassen kann. Ich hoffe, das bleibt noch lange so.»
Dr. med. Kuske und Dr. med. Otten geben vertiefte Einblicke in die medizinischen Hintergründe

Dr. med. Lorenz Kuske, Ärztlicher Co-Direktor und Leitender Arzt Glaukom,

Dr. med. Manuela Otten, Leitende Ärztin Netzhautchirurgie
«Welches medizinische Bild ergab die Ausgangslage?»
Lorenz Kuske: «Als sich Frau Berger das erste Mal bei uns vorstellte, hatte sie eine Winkelblockattacke mit einem komplett verschlossenen Kammerwinkel. Das heisst, dass die Flüssigkeit im Auge nicht richtig abfloss, was zu einem plötzlichen und schmerzhaften Anstieg des Augeninnendrucks führte – bei Frau Berger war er drei- bis viermal so hoch wie der normale Wert. Ausserdem litt sie an weiteren typischen Symptomen wie Sehstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und hatte zudem eine geschwollene Hornhaut. Eine Winkelblockattacke ist ein medizinischer Notfall, der eine rasche Behandlung erfordert.»
«Was machte diesen Fall besonders komplex?»
Lorenz Kuske: «Das Spezielle war, dass die Winkelblockattacke trotz bereits entfernter natürlicher Linse stattgefunden hat. Denn Frau Berger liess sich vor einigen Jahren zur Behandlung des grauen Stars Kunstlinsen einsetzen. Normalerweise halten sogenannte Zonulafasern die Augenlinse in ihrer Position. Bei Frau Berger waren diese durch eine Ansammlung von abnormalen Ablagerungen, Pseudoexfoliationssyndrom genannt, geschwächt. Daher verschob sich die Kunstlinse so weit nach vorne, dass sie den Kammerwinkel ganz verschloss. Bei Frau Bergers letzter Behandlung in einer anderen Klinik wurde ihr der Glaskörper entfernt und die Kunstlinse wieder in die richtige Position gebracht, um den Kammerwinkel zu öffnen. Aber schon kurz danach kam Frau Berger wieder mit ähnlichen Beschwerden in die Augentagesklinik Zürich Oberland. Kein Wunder: Denn bei der Untersuchung stellte ich fest, dass der Augeninnendruck weiterhin hoch war. Frau Berger litt ausserdem an den Nebenwirkungen der drucksenkenden Medikamente, die sie einnehmen musste. Also führte ich nach ihrem Einverständnis eine Glaukom-Filteroperation durch. Dabei wird ein kleines Loch in die Wand des Auges gemacht, durch das überschüssige Augenflüssigkeit abfliessen soll. Für ein paar Wochen führte das zu einer Drucksenkung. Dann schritt die Wundheilung so gut voran, dass das Loch vernarbte, sich also verschloss. Leider passiert das bei Filteroperationen häufiger. Frau Bergers Augeninnendruck stieg erneut an – wir standen also wieder am Anfang. Als Nächstes schlug ich ihr eine Zyklophotokoagulation vor. Dabei wird der Ziliarkörper, in dem die Augenflüssigkeit produziert wird, mit einem Laser verödet. In der Folge wird weniger Augenflüssigkeit produziert und der Augeninnendruck sinkt. Frau Berger war einverstanden und wir vereinbarten einen OP-Termin. Ich hatte bereits in den Voruntersuchungen gesehen, dass die Kunstlinse weiterhin nicht stabil ist. Kurz vor der Zyklophotokoagulation trat ein akutes Ereignis auf, sodass Frau Berger plötzlich auf dem linken Auge nichts mehr sah. Als ich ihr Auge untersuchte, stellte ich fest, dass die Linse jetzt komplett nach hinten in den Glaskörper verrutscht war. Ich beriet mich mit Dr. med. Manuela Otten, unserer Katarakt- und Netzhaut-Spezialistin, die bei komplizierten Operationen der Augenlinse sehr versiert ist. Wir beschlossen, die geplante Laserbehandlung vorerst nicht vorzunehmen, und ich überwies
Frau Berger an sie.»
Manuela Otten: «Zwei Tage später barg ich die verrutschte Kunstlinse aus dem hinteren Augenabschnitt und ersetzte sie durch eine passende neue Kunstlinse. Nach dem Verlust des Kapselapparates (dünnes Gewebe, das die Augenlinse umgibt und in ihrer Position hält) gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Kunstlinse im Auge zu fixieren. Sie kann entweder skleralfixiert oder irisfixiert sein, also an der Sklera (Lederhaut) oder Iris (Regenbogenhaut) befestigt. Wir entschieden uns individuell bei Frau Berger für die irisfixierte Variante und erreichten einen sicheren neuen Linsensitz. Erst danach konnte Dr. med. Lorenz Kuske die Zyklophotokoagulation durchführen. Mit Erfolg: Frau Bergers Augeninnendruck ist seitdem dauerhaft tiefer.»
«Wie gehen Sie an einen solchen Fall heran?»
Lorenz Kuske: «Spezialfälle, so wie der von Frau Berger, besprechen wir in unserem internen Fachgremium mit mehreren Expert:innen aus verschiedenen Gutblick-Standorten. Dort wägen wir die verschiedenen OP-Techniken gegeneinander ab. Durch den Austausch können wir komplexe Augenerkrankungen interdisziplinär behandeln, ohne Kompromisse bei Qualität und Sicherheit einzugehen. Gemeinsam stellen wir sicher, dass wir die bestmögliche und individuelle Behandlung für die Patient:innen auswählen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.»
Wie sieht die Nachbetreuung aus?
Lorenz Kuske: «Patient:innen mit grünem Star müssen ihre Augen ein Leben lang kontrollieren und je nachdem behandeln lassen. Frau Berger kommt zu regelmässigen Druckkontrollen in die Augentagesklinik. Es ist gut möglich, dass ich bei ihr noch ein zweites Mal eine Zyklophotokoagulation durchführen muss.»
Manuela Otten: «Wir werden Frau Berger weiterhin gemeinsam betreuen, um einen weiteren Sehnervschaden zu verhindern und der komplexen Ausgangslage gerecht zu werden. Daher gehört auch eine regelmässige Netzhautuntersuchung zu ihren Kontrollterminen.»
Viele Augenerkrankungen sind leicht zu diagnostizieren. Für die meisten dieser Erkrankungen gibt es eine oder mehrere Therapien, die in der Regel anschlagen – aber was, wenn nicht? Und wenn dann noch eine unvorhergesehene Komplikation dazukommt? Am Beispiel der Patientin Verena Berger zeigen Dr. med. Lorenz Kuske, Ärztlicher Co-Direktor und Leitender Arzt Glaukom, und Dr. med. Manuela Otten, Leitende Ärztin Netzhautchirurgie, wie bei Gutblick mit komplexen Fällen umgegangen wird.
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