«Gutblick hat mir meinen Alltag zurückgegeben»
Andreas Nadig und Dr. med. Manuela Otten über Netzhautablösung

Andreas Nadig ist seit 2016 Patient der Augentagesklinik Zürich Oberland. Im Juni 2025 erlitt er eine Netzhautablösung. Zeitweise konnte er auf dem rechten Auge kaum mehr etwas erkennen. Heute sieht er wieder deutlich besser, vor allem dank zwei Notfall-Operationen durch Dr. med. Manuela Otten, Leitende Ärztin Netzhautchirurgie.
«Eines Abends merkte ich, dass etwas mit meinem rechten Auge nicht stimmt», berichtet Herr Nadig. «Ich habe mein linkes Auge zugehalten und konnte die Daten auf meinem Wandkalender nicht mehr erkennen. Da bin ich sehr erschrocken.» Am nächsten Morgen vereinbarte Herr Nadig einen Notfall-Termin in seiner regulären Praxis, der Augentagesklinik Zürich Oberland. Dort wurden seine Augen sofort untersucht und die Diagnose schnell gestellt. «Ganz ruhig erklärte mir die Ärztin, dass sich meine Netzhaut abgelöst hatte. Ich wusste, es musste etwas Ernstes sein, denn sie organisierte direkt am OP-Empfang gegenüber einen OP-Termin für den nächsten Tag», erinnert sich Herr Nadig. Operieren sollte ihn Dr. med. Manuela Otten, Leitende Ärztin Netzhautchirurgie.

Die Kernkompetenzen von Dr. med. Manuela Otten, Leitende Ärztin Netzhautchirurgie, umfassen unter anderem Makulaforamen und komplizierte Netzhautablösungen.
Ab ca. 50 Jahren schrumpft der Glaskörper, eine gelartige Substanz, die das Auge in Form hält. Bei diesem natürlichen Vorgang löst sich der Glaskörper auch von der Netzhaut, was zu Rissen führen kann. Da die Netzhaut für die Umwandlung von Licht in Sehsignale verantwortlich ist, kann jeder Riss ernsthafte Auswirkungen auf das Sehvermögen haben. Eine Netzhautablösung ist eine dringend behandlungsbedürftiger Augennotfall, der unbehandelt zum Verlust des Sehvermögens führen kann.
Wie kommt es zu einer Netzhautablösung?
Die Diagnose im Detail: Inferiore Amotio
Bei Herr Nadig hatte sich bereits die Fovea, das Zentrum des schärfsten Sehens, abgelöst. Entsprechend betrug sein Visus (Sehkraft) rechts im Vergleich zu vorher nur noch rund ein Fünftel. Ausserdem schritt die Netzhautablösung von unten nach oben fort (Inferiore Amotio) und erste Teile der Netzhaut begannen zu vernarben. «Aufsteigende Ablösungen mit Gesichtsfelddefekt und Vernarbungen sind sehr tückisch und schwieriger zu versorgen als die übliche Amotio. Die Prognose, dass sich die Netzhaut nach der ersten Operation wieder vollständig anlegt, verschlechtert sich von etwa 90 auf rund 70%. Wir haben uns bei Gutblick die Vorgabe gesetzt, Netzhautablösungen innerhalb weniger Tage zu behandeln», erklärt Dr. Otten.
Die 1. OP: Vitrektomie
«Vor der OP ist eine sorgfältige Diagnostik zum Erfassen des Umfanges der Netzhautablösung und des entstandenen Schadens entscheidend, um Patient:innen eine Prognose für den postoperativen Visus und die Erholungszeit zu stellen», beschreibt Dr. Otten die OP-Vorbereitung. Es gibt verschiedene Techniken, um die Netzhaut operativ wieder anzulegen. Bei Herr Nadig entschied sich Dr. Otten dazu, den Glaskörper zu entfernen (Vitrektomie) und mit Silikonöl zu ersetzen. Durch die Silikonöltamponade wurde die Netzhaut wieder fest an die Unterlage gedrückt. Ausserdem «verschweisste» Dr. Otten die zwei gefundenen Netzhautlöcher mit dem Endolaser. «Gas oder Luft hätte sich aufgrund der inferioren Foramen (Netzhautlöcher) und längeren Bestehens der abgelösten Makula nicht als Tamponade angeboten. Allerdings führt Silikonöl zu Refraktionsänderungen und muss wieder entfernt werden» führt Dr. Otten aus. Nach der OP ging Herr Nadig regelmässig und in grösser werdenden Abständen zur Nachsorge. Mit der Zeit legte sich die Netzhaut an und seine Sicht verbesserte sich merklich.

Dr. med. Otten und Herr Nadig im Gespräch.
Die 2. OP: Silikonöl-Explantation
Das medizinische Silikonöl wird routinemässig nach Abschluss der Heilung und Wiederanlage der Netzhaut ca. drei Monate später entfernt. Auch bei Herr Nadig war dieser Eingriff bereits geplant, allerdings kam es anders: Bereits vor der Netzhautablösung hatte er grünen Star, also hohen Augeninnendruck, der bereits medikamentös eingestellt und operativ behandelt worden war. Durch das Silikonöl stieg Herr Nadigs Augendruck stark an, was wiederum einen medizinischen Notfall darstellt. Medikamente konnten den Druck kaum senken, daher riet Dr. Otten ihm, die OP vorzuverlegen. Gesagt, getan: Dr. Otten operierte Herr Nadig ein zweites Mal kurzfristig und ohne Komplikationen. Danach verschlechterte sich Herr Nadigs Sicht noch einmal. «Ich wurde zwar darauf vorbereitet und ich wusste auch von der vorigen OP, dass ich meinem Auge Zeit geben muss, aber es war trotzdem bedrückend, wieder wenig bis nichts zu sehen», berichtet Herr Nadig. Mit einer Gastamponade kann man für 2-3 Wochen keine Details erkennen, dann löst sich diese schrittweise wieder auf und man erlangt sein Sehen zurück.
Die heutige Sicht
Heute liegt Herr Nadigs Netzhaut gut an, die Sehkraft auf dem rechten Auge hat sich wieder auf 50% erhöht und der Augendruck ist im normalen Bereich, muss aber regelmässig kontrolliert werden. «Jetzt geht es mir wieder gut. Ich kann wieder Vollzeit arbeiten gehen, tagsüber ohne Bedenken Auto fahren und normal am Leben teilhaben», schliesst Herr Nadig.
Gutblicks Expertise in der Netzhautchirurgie
Dr. med. Manuela Otten, Leitende Ärztin Netzhautchirurgie arbeitet seit Februar 2022 bei Gutblick. In den letzten Jahren konnte sie innerhalb von Gutblick ein umfassendes Versorgungsmodell für Netzhauterkrankungen aufbauen. An mehreren Standorten decken wir heute die Behandlung des Grossteils aller chirurgischen Netzhauterkrankungen ab: von Glaskörperblutungen, über Gliosen und Makulaforamen bis hin zu komplexen Netzhautablösungen. Auch bei sekundären Linsen inklusive sklerafixierten Sulkuslinsen und komplizierten Kataraktoperation sind wir umfassend aufgestellt. Makulaforamen können mittels Flaptechnik oder subretinaler Mobilisation versorgt werden.
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