«Endlich kann ich anderen wieder ohne Scham in die Augen sehen»

Sandra Thomée und Dr. med. Lorenz Kuske,
November 2025

Nahaufnahme Porträt Frau Thomee
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  3. Frau Thomée erzählt ihre Geschichte

Sandra Thomée hatte im Herbst 2023 einen Reitunfall. Sie erlitt eine Hirnverletzung, die sich langanhaltend auf ihre rechte Gesichtshälfte auswirkte. Besonders auffällig: Die rechte Pupille war konstant vergrössert. Ausserdem setzte der graue Star (Katarakt) verfrüht ein, was die Sehschärfe stark verschlechterte. Mit einer komplexen Operation ermöglichte Dr. med. Lorenz Kuske, Ärztlicher Co-Direktor, Frau Thomée nicht nur besseres Sehen, sondern auch neuen Selbstwert.

«Auf dem rechten Auge war ich 1,5 Jahre nach meinem Unfall praktisch blind», berichtet Frau Thomée. «Durch den grauen Star habe ich wie durch ein Milchglas gesehen und die Tiefenwahrnehmung verloren. Auch die vergrösserte Pupille belastete mich sehr – einerseits, weil ich, obwohl ich wenig erkennen konnte, extrem lichtempfindlich war, andererseits, weil ich fast täglich darauf angesprochen wurde.» Ihr Reitunfall führte zu einer Lähmung der Augenmuskeln. Diese bildete sich grösstenteils zurück, doch die Pupille blieb dauerhaft betroffen. Bei Personen mit hellen Augen wie Frau Thomée fällt der Unterschied von zwei verschieden grossen Pupillen besonders auf. «Einmal bin ich in eine Verkehrskontrolle geraten und der Polizist dachte, ich hätte Drogen genommen», erinnert sich Frau Thomée. «Glücklicherweise hatte ich ein Schreiben meines Hausarztes dabei, welches mir weitere Erklärungen und Tests ersparte.» Versuche, die Pupillengrösse medikamentös zu behandeln, etwa mit Augentropfen, brachten leider nicht den gewünschten Effekt.

Die 3-in-1-OP: Pupilloplastik, ICL-Explantation und Katarakt

Nur wenige Chirurg:innen in der Schweiz führen Pupilloplastiken, also Operationen zur Korrektur der Pupille, durch. Aufgrund der Empfehlung von Dr. med. S. Hommayda stellte sich Frau Thomée bei Dr. med. Lorenz Kuske vor. «Nach einer gründlichen Untersuchung und einem ausführlichen Gespräch mit Frau Thomée, einigten wir uns auf eine kombinierte Operation, in der folgendes durchgeführt werden sollte: Explantation der ICL (Implantierbare Collamerlinse), die 2010 zur Korrektur der Kurzsichtigkeit eingesetzt wurde, Kataraktoperation und Pupilloplastik. Eine reguläre Kataraktoperation ist ein einfacher Routineeingriff, bei dem die eingetrübte natürliche Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Bei Frau Thomée war die Operation schwieriger, weil zuerst die 2010 implantierte ICL-Linse explantiert werden musste. Erst danach konnte die Katarakt entfernt und die Pupille genäht werden. Die ICL erschwerte in der OP-Vorbereitung zusätzlich die Berechnungen, weshalb genaue Messungen und manuelle Anpassungen der Landmarken im Auge nötig waren.

Dr. med. Lorenz Kuske, Ärztlicher Co-Direktor, ist einer der wenigen Chirurgen in der Schweiz, die Pupilloplastiken durchführen.

Perfekte Vorbereitung durch OP-Simulation mit Kunstaugen

«Schon die Pupillencerlage zählt zu den manuell schwierigsten Operationen am Auge», erklärt Dr. Kuske. Dabei wird ein feiner Faden rund um die Pupille durch die Iris geführt. «Doch Frau Thomées Fall forderte mich noch weiter heraus: Ihre Iris war aufgrund des gelähmten Irismuskels aussergewöhnlich dünn und musste mit grösster Vorsicht berührt werden. Um optimal auf die schwierige Operation vorbereitet zu sein, habe ich in den Wochen davor mehrmals die OP mit Kunstaugen simuliert. Hierbei wurde möglichst wahrheitsgetreu die OP-Situation nachgebaut und die Zugänge und Handgriffe optimiert, bis alles so atraumatisch wie möglich ablief.»

«Bei Gutblick fühlte ich mich von Anfang an ernst genommen – medizinisch und psychisch. Die dauerhaft erweiterte Pupille war für mich eine grosse Belastung, und hier wurde das verstanden. Ich war wirklich rundum gut aufgehoben.»

Sandra Thomée hat eine Pupilloplastik durchführen lassen.
Porträt Frau Thomee

Das Resultat: Klare Sicht verbunden mit Ästhetik

An den Moment, in dem Frau Thomée die Schutzkappe nach der OP vom rechten Auge nehmen durfte, erinnert sie sich noch lebhaft: «Auf einmal konnte ich wieder klar sehen», erzählt Frau Thomée. «Aber fast noch mehr habe ich mich gefreut, dass meine Pupille bedeutend kleiner und weniger auffällig war.» Kurze Zeit später tauschte Dr. Kuske auch die Linse am linken Auge aus, wo sich ebenfalls bereits erste Anzeichen der Katarakt bemerkbar machten. Die Heilung aller Eingriffe verlief schnell und reibungslos. «Aus medizinischer Sicht ist das Ergebnis von der Linsenstärke, der Sehschärfe, der Blendung und auch von der Ästhetik optimal», meint Dr. Kuske. In ihrem Alltag profitiert Frau Thomée besonders von der Pupilloplastik, die die Pupille dauerhaft verkleinert hat: «Seit dem Unfall habe ich mich von anderen Personen immer abgewendet. Ich wollte möglichst vermeiden, dass jemand mir in die Augen sieht. Jetzt kann ich mein Gegenüber endlich wieder richtig ansehen. Ich habe ein Stück meines alten Lebensgefühls wieder bekommen.»

Illustration Augen vor Pupilloplastik

Vor der Pupilloplastik: Frau Thomées rechte Pupille war konstant erweitert. Gerade in hellen Umgebungen, wenn die linke Pupille natürlicherweise klein war, ist dies aufgefallen.

Illustration Augen nach Pupilloplastik

Nach der Pupilloplastik: Frau Thomées rechte Pupille ist konstant klein und weniger auffällig.

Pupilloplastik: Selten, aber kein Einzelfall

Im Jahr 2025 haben Dr. med. Lorenz Kuske und Dr. med. Manuela Otten mehrere Pupilloplastiken durchgeführt – meist in Kombination mit einem Katarakt- oder Netzhauteingriff. Bei Gutblick arbeitet ein erfahrenes Team aus hochqualifizierten Chirurg:innen, das solche komplexen Eingriffe routiniert durchführt. Dank der breiten Expertise werden Patient:innen individuell und auf höchstem fachlichem Niveau behandelt – selbst bei anspruchsvollen Ausgangssituationen.

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